Mit diesen Zeilen beginnen die uns vorliegenden Aufzeichnungen von Herrn Hermann Meinken, anlässlich der Gründungsversammlung der „Vereinigung der Orchideenfreunde in Bremen“ an jenem Tage um 20:30. Auf weit über 200 Seiten hat er unserer Gruppe so übermittelt, was die ursprünglich 5 Gründungsmitglieder, die Herren E. Sprenkmann, Dr. Farenholz, H. Meinken, F. Kommer und H. Specht bei ihren Treffen besprachen, welche Ideen sie hatten bezüglich Pflanzen-, Material- und Literaturbeschaffung, Kontaktaufnahme zu Orchideenfreunden in Hamburg, Berlin, München usw., welche Pflanzen von den einzelnen Mitgliedern blühend vorgestellt wurden, etc. Abgesehen von den heutigen modernen Kommunikationsmitteln und Präsentationsmöglichkeiten wurden schon damals sehr ähnliche Probleme besprochen, wie es heute bei uns üblich ist.Bereits bei dem Gründungstreffen wurden von den Teilnehmern 4 Orchideen blühend gezeigt, dazu wurde von den Besitzern erläutert, auf welche Weise er seine Pfleglinge kultivierte. Herr Meinken hat auf diese Weise bis zum 90. Treffen am Freitag, den 25. April 1969, alle wichtigen Ereignisse kommentiert, dazwischen außerdem auch noch Jahresberichte geschrieben, z. B. „Jahresbericht 1932/33“: „Die heutige, erste Jubiläumsversammlung möge der Anlass zu einem kurzen Rückblick über die Arbeit des letzten Jahres in unserer Orchideengemeinschaft sein. Es wurden im Laufe des Jahres 8 Versammlungen, einschließlich der Gründungsversammlung, abgehalten. Eine gemeinsame Autofahrt, auf Einladung des Herrn Specht, hatte als Ziel die Orchideengärtnerei von Hennis in Hildesheim. An Themen für die Besprechungen hat es in keiner Sitzung gefehlt, so dass selten vor 12 Uhr Schluss gemacht wurde. Auf den 8 Sitzungen wurden insgesamt 61 blühende Pflanzen zur Beobachtung und Besprechung bereit gestellt (pro Treffen also mehr als 7 Pflanzen):
Cattleya: trianae, mossiae, percivalliana, forbesii, loddigesii, intermedia, harrisoniae, schroederae, Clariciae und Cowanac.
Wenn möglich, wurden von den Pflanzen Aufnahmen gemacht (s/w) und herum gezeigt. Häufig wurden Bücher und Zeitschriften, unser Gebiet betreffend, mitgebracht und ausgelegt. Ganz allgemein kann von den Sitzungen gesagt werden, dass sie nicht nur anregend und kenntniserweiternd, sondern auch sehr gemütlich waren, und dass die Stunden des Beisammenseins immer viel zu schnell vergingen.“ Wir erkennen aus diesem kurzen Auszug aus den Notizen, dass unsere Altvorderen bereits sehr aktiv waren und eine umfangreiche Artenzahl sowie einige Hybriden kultivierten. Jedes einzelne Mitglied gestaltete im Wechsel das Treffen in seiner Wohnung mit anschließender Besichtigung der Gewächshäuser, soweit vorhanden. Im Jahr 1947 traten alle damaligen Mitglieder gemeinschaftlich in die, Ende 1946 in Hamburg wieder gegründete, Deutsche Orchideen-Gesellschaft ein. Aufgrund seiner Verdienste um die Bremer Gruppe und wohl auch seines Organisationstalentes wegen, wurde Hermann Meinken am 9. Februar 1962 zum ersten Leiter der D.O.G.-Gruppe Bremen einstimmig gewählt. An diesem Treffen nahmen bereits 13 Personen aus Bremen und Umgebung teil.Das ursprüngliche Interesse von Herrn Meinken galt den Zierfischen. über dieses Thema wurde er ein anerkannter Fachmann und promovierte als 77-jähriger im Jahr 1974. Wenige Zeit später erkrankte er schwer und starb 1976. Da Hermann Meinken bereits ab 1975 nicht mehr die Treffen leiten konnte, übernahm Herr Ernst Thielmann, zunächst kommissarisch, später offiziell, die Leitung unserer Gruppe. Er führte regelmäßige, monatliche Treffen an festen Orten ein und organisierte 1978 die erste, eigene Ausstellung der Gruppe im Rathaus in Bremen. Außerdem beteiligte unsere Gruppe sich an diversen D.O.G.-Ausstellungen, u.a. in Kiel, Hannover, Berlin und Hamburg mit ansehnlichen Erfolgen. Vielen D.O.G.-Mitgliedern wird Ernst Thielmann noch seit 1979 als Schatzmeister und Vizepräsident in guter Erinnerung sein. Leider erkrankte auch Herr Thielmann, während seiner Tätigkeit, im Frühjahr 1987 sehr schwer und verstarb viel zu früh im Jahre 1987. Da schon bald nach der Erkrankung abzusehen war, dass Herr Thielmann die Leitung der Gruppe nicht würde fortsetzen können, bat Frau Thielmann, die ebenfalls nicht nur als Kassiererin für unsere Gruppe tätig war, sondern auch die Arbeiten in der Geschäftsstelle der D.O.G. e.V. übernommen hatte, um die Übergabe in andere Hände. Nachdem der langjährige Stellvertreter Herr Jürgen Lohse aus gesundheitlichen Gründen auf die Fortführung verzichtete, waren wir gezwungen, eine völlig unerfahrene, neue Truppe zusammen zu stellen, wenn die Gruppe weiter bestehen sollte. Deshalb wurde im Mai 1987 die bis dahin dritte Gruppenleitung unter der Regie von Ernst August Feeken gewählt, die sich naturgemäß zunächst einarbeiten musste. Immerhin blieb die Gruppe bestehen und beteiligte sich von 1987 bis 1997 mit einigen Ausstellungsständen in Hannover, Hamburg und Stuttgart. Nachdem wir aus dem Nachlass von Herrn Hermann Meinken die Aufzeichnungen der Jahre 1932 bis 1969 erhalten hatten, wurde zum 60-jährigen Bestehen im Jahr 1992 unsere zweite Orchideenschau im Rathaus in Bremen durchgeführt. Danach gab es weitere eigene Ausstellungen in den Jahren 1996, 1999, 2002, 2004 und 2007, zuletzt im Foyer der World Trade Centers in Bremen. Neben diesen Schauen fanden in unregelmäßiger Folge auch Bewertungssitzungen der D.O.G. e.V. außerhalb der Ausstellungen statt. Nach fast 15-jähriger Konstanz wurde aus Altersgründen die Leitung unserer Gruppe in jüngere Hände gelegt und im Jahr 2002 die vierte Gruppenleitung unter der Regie von Dieter von Bargen gewählt. Ende 2006 übergab dieser den Vorsitz aus persönlichen Gründen an Ulrich Strübing. Orchideengruppe Bremen / Weser - Ems
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